Mehrumsatz und Leistungsausgaben der Privatversicherten - Jahresbericht 2026

WIP Analyse März 2026

Dr. Lewe Bahnsen, Dr. Frank Wild

Die Studie zeigt die finanzielle Bedeutung, die Privatversicherten für die größten Leistungsbereiche des deutschen Gesundheitswesens aufweisen.

Die zentralen Ergebnisse im Überblick:

  • Der Mehrumsatz der PKV-Versicherten beträgt im Jahr 2024 insgesamt 15,52 Mrd. Euro. Gegenüber 2023 (14,46 Mrd. Euro) entspricht dies einem Anstieg um 1,06 Mrd. Euro bzw. 7,3 %.
  • Den größten Mehrumsatz erzielt weiterhin die ambulant-ärztliche Versorgung mit 8,76 Mrd. Euro (+0,77 Mrd. Euro). 21,8 % der Gesamteinnahmen (Vorjahr: 21,4 %) in diesem Bereich entfallen auf PKV-Versicherte – bei einem Bevölkerungsanteil von 10,5 %. Der Finanzierungsanteil der PKV-Versicherten übersteigt in allen betrachteten Leistungsbereichen den Bevölkerungsanteil.
  • Der Mehrumsatz je Arztpraxis liegt bei durchschnittlich 82.171 Euro. Dies ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr (73.839 Euro). Der Anstieg fällt zum zweiten Mal hintereinander markant aus: Im Jahr 2022 lag der Mehrumsatz je Arztpraxis noch bei 64.050 Euro.
  • Der Mehrumsatz nahm in fast allen Leistungsbereichen zu. Im Arzneimittelbereich liegt der Mehrumsatz jetzt bei 1,13 Mrd. Euro, nachdem er im letzten Jahr erstmals bei über 1 Mrd. Euro lag.
  • Die Leistungsausgaben je Versicherten erhöhten sich im Zeitraum 2014–2024 sowohl in der PKV als auch in der GKV erheblich, in der PKV um +54,4 % und in der GKV um +50,3 %. 

Der Mehrumsatz stellt den Betrag dar, der den Leistungserbringern nicht mehr zur Verfügung stünde, wenn die PKV-Versicherten zu GKV-Bedingungen versorgt würden. Er trägt damit maßgeblich zur Finanzierung von Infrastruktur, Innovation und Personal im Gesundheitswesen bei – mit positiven Effekten für die Versorgung der Gesamtbevölkerung.

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