Die Kurzanalyse untersucht die voraussichtliche Prämien- bzw. Beitragsentwicklung in den Jahren 2026 sowie 2027 und ordnet sie in zwei Vergleichszeiträume ein: einen mittelfristigen Rückblick auf die Jahre 2017 bis 2027 sowie eine längerfristige Betrachtung des Zeitraums 2007 bis 2027.
Medizinischer Fortschritt und eine alternde Bevölkerung treiben die Leistungsausgaben und damit die Belastung der Versicherten in PKV und GKV. In der PKV fallen Prämienanpassungen aufgrund regulatorischer Vorgaben meist unregelmäßig und sprunghaft aus. In der GKV steigt die Beitragsbelastung kontinuierlicher, etwa durch eine höhere BBG und steigende kassenindividuelle Zusatzbeiträge.
Von 2017 bis 2027 zeigt sich ein Anstieg der Prämieneinnahmen je PKV-Vollversicherten um durchschnittlich 5,1 % und der Beitragseinnahmen je GKV-Versicherten um 5,3 % pro Jahr. Bei einer Betrachtung des längeren Zeitraums von 2007 bis 2027 fällt der durchschnittliche jährliche Anstieg in der PKV mit 3,7 % geringer aus als in der GKV mit 4,3 %.
Um die Entwicklung in der GKV abzufedern, wurde im Juli 2026 das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verabschiedet. Darin enthalten ist auch eine außerordentliche BBG-Erhöhung, die maßgeblich dazu beitragen dürfte, dass der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bei 2,9 % gehalten werden kann. Insgesamt wiederholt sich aber ein bekanntes Muster: Nach außen wird Beitragsstabilität signalisiert, während die tatsächliche Belastung für Versicherte mit Einkommen oberhalb der BBG weiter steigt. Dabei stehen PKV und GKV unter einem ähnlichen Kostendruck, bilden diesen jedoch unterschiedlich ab. Der Vergleich zeigt, dass die Belastungsentwicklung langfristig und nicht anhand kurzfristiger Anpassungszeitpunkte bewertet werden sollte.