WIP - Wissenschafftliches Institut der PKV
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25.06.2020

Coronavirus-Pandemie

Ein neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) trat Ende 2019 erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan auf und verbreitet sich seitdem weltweit. Der Virus kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die bei schwerem Verlauf zu lebensbedrohlichen Komplikationen, wie einer Lungenentzündung mit Lungenversagen, führen kann. Aktuell (25.06.2020) sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 9.200.000 infizierte Personen registriert und mehr als 478.000 Todesfälle bestätigt.

Auf der ganzen Welt haben die betroffenen Länder mit strikten Maßnahmen ins gesellschaftliche Leben eingegriffen, um die Ausbreitung der Infektionskrankheit zu verlangsamen bzw. verhindern. Zur Verdeutlichung der weltweiten Dimensionen: In 188 Ländern wurden die Schulen geschlossen.Während in in einer Reihe von Ländern Lockerungen erfolgt sind, steigen die Infektionszahlen andernorts weiter. In Ländern mit zuletzt rückgängigen Infektionszahlen besteht die Gefahr weiterer Infektionswellen bzw. sprunghafter lokaler Ausbrüche. Da nach wie vor kein Impfstoff oder eine spezifische Medikation zur Verfügung steht, wird die Forschung weiterhin forciert.

Die Krankenhausdichte, die Ausstattung der Krankenhäuser und hierbei vor allem die Zahl der Intensivbetten unterscheiden sich international erheblich. Selbst zwischen den Ländern mit sehr gutem und ausgebautem Gesundheitswesen gibt es größere Unterschiede. Deutschland weist im internationalen Vergleich eine sehr hohe Anzahl von Krankenhausbetten und Intensivmedizinbetten auf. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde die Kapazität weiter ausgebaut. Zu einer noch nicht abzuschätzenden, aber wohl riesigen Bedrohung wird die Corona-Pandemie für Entwicklungsländer, mit einem nur wenig entwickelten Gesundheitssystem, werden.

Die Corona-Pandemie stellt an unsere Gesellschaft eine Vielzahl von Herausforderungen. Im Gesundheitswesen gilt es nicht nur eine sehr gute Versorgung für die Covid19-Patienten sicherzustellen, sondern auch die reguläre Versorgung – unter Beachtung des besonderen Infektionsschutzes – aufrechtzuerhalten. Strikte staatliche Maßnahmen, wie Ausgangssperren und Kontaktverbote können dabei auch zu einer Erhöhung der Krankheitslast, z. B. bei psychischen Krankheiten, führen. Auch die ungewisse Neuterminierung von Eingriffen oder die Verschleppung von Krankheiten, aus Angst, bei einem Arztbesuch infiziert zu werden, kann sich negativ auf den Gesundheitszustand auswirken. Die Herausforderung ist, die Gesamtwirkungen medizinisch, sozialmedizinisch, gesundheitsökonomisch und epidemiologisch abzuschätzen und damit auch die negativen gesundheitlichen und sozialen Wirkungen in die Maßnahmenbeurteilung einfließen zu lassen.

Der Rückgriff auf internationale Erfahrungen bezüglich der Maßnahmen von anderen Ländern wird durch die sehr großen Unterschiede in der Datenerfassung und dabei vor allem im Umfang der Erfassung von durchgeführten Virentests erschwert. Aber selbst bei der nationalen Surveillance ist zu beachten, dass eine hohe Unsicherheit darüber besteht, in welchem Maße sich die Zahl der nachweislich Infizierten von der Zahl der tatsächlich Infizierten unterscheidet. Gelingt es, die Testkapazitäten zu erhöhen, wird allein dadurch die Zahl der nachweislich Infizierten steigen.

Die Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Aktivität sind drastisch. Die Corona-Pandemie führt volkswirtschaftlich zu erheblichen Verwerfungen und die mittel- bis langfristigen Folgen sind noch nicht abschätzbar. Die OECD spricht in ihrem Konjunkturbericht von der schlimmsten Rezession zu Friedenszeiten seit 100 Jahren. Bei der zunehmend geführten Diskussion, welches Ziel der Staat vordergründig verfolgen soll und wie restriktiv er eingreifen kann, offenbart sich die enge Verflechtung aller Bereiche. Ein funktionierendes, starkes Gesundheitswesen braucht eine funktionierende Volkwirtschaft und eine Volkswirtschaft braucht eine gesunde Bevölkerung.

Aktuell arbeiten Forscher aus der ganzen Welt daran, die Corona-Pandemie zu stoppen. Im Blickfeld steht auch die Entwicklung eines Impfstoffes. Außerdem gilt es, schnellere und breiter auszurollende Testmöglichkeiten gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln bzw. zu etablieren, um die Infektionsausbreitung besser zu kontrollieren und die strikten staatlichen Eingriffe selektiver auszusteuern. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Virus und seine Wirkungsweise noch besser zu verstehen. Zudem sind Ökonomen dabei, eine volkswirtschaftliche Abschätzung vorzunehmen, um Vorschläge für eine wirtschaftspolitische Flankierung geben zu können. 

Die Kostenträger im Gesundheitswesen, also insbesondere die GKV und die PKV, nehmen gerade in einer solchen Krisensituation eine besondere Rolle ein. Die PKV hat bereits öffentlich bekundet, dass sie zu ihrer gesellschaftspolitischen Mitverantwortung steht.

Wir als Wissenschaftliches Institut der PKV (WIP) berücksichtigen die Corona-Pandemie selbstverständlich persönlich und in unserer Arbeitsweise (#Stayathome). Zudem berührt uns das Thema auch fachlich-inhaltlich. Es stellen sich eine Reihe von Forschungsfragen, denen wir uns auch widmen werden.

Täglich erscheinen eine Vielzahl von Forschungsarbeiten zur Corona-Pandemie aus den verschiedensten Wissenschaftszweigen. Gerne möchten wir an dieser Stelle auf weiterführende Quellen für entsprechende Informationen hinweisen. Hin und wieder planen wir, an dieser Stelle explizit auch auf interessante Studien zu verweisen.

Aktuelle Situation:

 Portale zu Corona von Wissenschaftsjournalen und Wissenschaftsverlagen:

Initativen und Stellungnahmen von Fachgesellschaften

Volkswirtschaftliche Analysen:

Verhaltensempfehlungen und Tipps:

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